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warum gehen Rentner Arbeiten

Für viele Menschen ist der Eintritt ins Rentenalter und den sogenannten Ruhestand eine beängstigende Vorstellung. Die einen können mit der zu erwartenden Rente ihren Lebensunterhalt nicht vollständig bestreiten, während die anderen keine Lust dazu haben, sich im Ruhestand nur in den Lehnstuhl zu setzen und die Füße hochzulegen. Einer produktiven Arbeit nachzugehen, ist für viele Rentnerinnen und Rentner auch jenseits der finanziellen Aspekte oft wichtiger als die zusätzliche Freizeit. Die individuellen Beweggründe sind hierbei ebenso vielfältig wie die Möglichkeiten, die sich heute für das Arbeiten als Rentner oder Rentnerin bieten.


Welche Gründe bewegen Menschen zum Arbeiten als Rentner?

Nach einem arbeitsreichen Leben endlich nicht mehr jeden Tag in die Firma zu müssen, erscheint längst nicht allen Menschen als erstrebenswert. Viele identifizieren sich mit ihrer Tätigkeit und haben Spaß an der Arbeit. Dennoch scheiden die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Erreichen des Rentenalters aus. Glaubt man diversen Umfragen und Studien, ist auch die Furcht vor Untätigkeit, dem buchstäblichen Einrosten im Alter, ein Hauptfaktor für die Aufnahme einer Tätigkeit als Rentner. Hinzu kommt oft eine soziale Isolation, wenn plötzlich die Bezugspersonen im Alltag fehlen und Familie und Freundeskreis keinen ausreichenden Ersatz bieten können. Die meisten Rentnerinnen und Rentner arbeiten tatsächlich freiwillig, weil sie es möchten und sich durch ein Hobby, Reisen oder das Kümmern um das eigene Haus nicht ausgefüllt fühlen. Der Wunsch, Erfahrungen weiterzugeben oder sich für andere Menschen zu engagieren, spielt ebenfalls eine Rolle. Umfragen zufolge erklären nahezu 90 Prozent der Befragten, aus rein sozialen Gründen neben der Rente arbeiten zu wollen. Doch nicht alle Ruheständler haben den Luxus einer Wahl.


Altersarmut kann Rentner zur Arbeit zwingen

Die andere Seite der Medaille spielt immer häufiger hinein, wenn es um das Arbeiten als Rentner geht: Stichwort Altersarmut. Immer mehr Ruheständler können ihren Lebensunterhalt samt aller anfallenden Kosten nicht mehr allein durch die Rente decken. Die Gründe dafür sind vielfältiger Natur. Viele gehen vor dem Erreichen des offiziellen Rentenalters in Rente was wiederum die Rente schmälert. Menschen werden heute deutlich älter als früher. Daraus folgt nicht nur, dass die Rente länger gezahlt werden muss, sondern auch Ersparnisse länger reichen müssen. Kosten steigen, während das Rentenniveau in Krisenzeiten oft stagniert oder gar nicht an die reale Inflation angepasst wird. Wirklich dramatisch wird es, wenn die Rente überhaupt nicht zum Überleben reicht. Die Arbeitsbiographien unterscheiden sich nämlich ebenfalls deutlich von früheren Zeiten, in denen die meisten ihr Leben lang am selben Arbeitsplatz tätig waren und in die Rentenkasse eingezahlt haben. Selbstständige oder Personen mit Zeiten langer Arbeitslosigkeit geraten hier schnell ins Hintertreffen.


Frauen bekommen oft keine ausreichende Rente

Insbesondere Frauen sind hier oft schlechter gestellt, weil sich die aktuelle Rentnerinnen-Generation in der Familie oft um Kinder, Haushalt und die Pflege Angehöriger kümmern musste. Trotz Anhebung von Anrechnungszeiten bleiben viele Renten unterhalb des Sozialhilfeniveaus. Zwar gibt es die Möglichkeit, vom Staat Aufstockungen wie die Grundsicherung zu erhalten, doch dies ist mit hohen bürokratischen Hürden verbunden, die viele Betroffene scheuen. Die Furcht vor dem Verlust der angestammten Wohnung spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Scham bei der Beantragung von Unterstützung durch den Staat. Dass es sich dabei um ein Recht auf Sozialleistungen handelt, überzeugt viele Rentner nicht, die ihr Leben Lang ohne solche Hilfe klargekommen sind.


Hinzuverdienst als Rentner – welche Möglichkeiten gibt es?

Rund die Hälfte aller arbeitenden Rentnerinnen und Rentner nimmt Minijobs an. Diese leichten Tätigkeiten erfordern in der Regel keine große Qualifikation und lassen sich von den meisten körperlich gesunden Menschen ausüben. Dazu zählen Jobs als Fahrer (z. B. Brief- und Paketzusteller, Taxifahrten etc.), als Reinigungskraft oder Hausmeister, als Bürohilfe und ähnliche Dinge. In vielen Fällen sind diese Jobs dazu geeignet, die Haushaltskasse aufzubessern und lassen sich sehr einfach über Kleinanzeigen, Jobbörsen im Internet und ähnliche Kanäle finden. Etwas schwieriger wird es, wenn Rentnerinnen und Rentner entsprechend ihrer ursprünglichen beruflichen Qualifikation und Erfahrung eingesetzt werden möchten. Noch immer scheuen viele Arbeitgeber, ältere Menschen zu beschäftigen, so dass sich Betroffene in Minijobs oft unterfordert fühlen. Allerdings gibt es aufgrund des Fachkräftemangels am Arbeitsmarkt inzwischen einen Wandel bei Unternehmen. Erfahrene Ruheständler werden nicht selten von ihren alten Arbeitgebern als Berater eingestellt, damit diese ihre wertvollen Erfahrungen an jüngere Mitarbeitende weitergeben. Darüber hinaus können viele Rentner als Ausbilder arbeiten, wenn sie einige Zusatzqualifikationen erlangen. Dann stehen (je nach beruflichem Hintergrund) auch Jobs als Lehrkraft an einer Berufsschule oder ähnlichen Einrichtungen offen.


Arbeiten als Rentner: Hinzuverdienstgrenzen beachten

Wer im Ruhestand arbeiten möchte, muss natürlich auch gewisse arbeitsrechtliche, steuerrechtliche und sozialrechtliche Vorgaben beachten. Die gute Nachricht: Wer eine reguläre Altersrente bezieht, unterliegt gegenüber dem Rentenversicherungsträger keiner Hinzuverdienstgrenze mehr. Solche Rentnerinnen und Rentner können also beliebige Vollzeittätigkeiten aufnehmen oder sich sogar mit einem Gewerbe selbstständig machen, ohne Abzüge bei der Rente zu riskieren. Davon unberührt bleiben etwaige steuerliche Pflichten und Sozialversicherungspflichten, wobei keine Beiträge zur Rentenversicherung mehr entrichtet werden müssen. Etwas anderes gilt allerdings bei vorgezogenem Renteneintritt. Sowohl die vorgezogene Altersrente als auch Renten wegen Erwerbsminderung unterliegen anderen Regeln beim Hinzuverdienst. Obwohl es in der Politik Bestrebungen gibt, die Hinzuverdienstgrenze insbesondere für Erwerbsminderungsrenten komplett zu streichen, sollte sie in jedem Fall ernst genommen werden. Bei Überschreitung der Grenzen wird der zusätzliche Verdienst mit bis zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Bei einem Rentenbezug wegen Erwerbsminderung kann die Rente sogar völlig wegfallen. Da hier auch Meldepflichten zu beachten sind, sollten sich Frührentner vorher gut darüber informieren, was sie wirklich hinzuverdienen dürfen und ob es sich unter dem Strich überhaupt lohnt. Denn mit höherem Einkommen können Bezieher steuerfreier Renten natürlich auch in die Einkommenssteuerpflicht rutschen.


Alternative Ehrenamt: Wenn für Rentner Geld nicht das Wichtigste ist

Geht es dem Rentner tatsächlich nur um das Beibehalten von beruflicher und sozialer Interaktion sowie um die Abwehr von Langeweile im Alltag, spielt das Geld keine entscheidende Rolle. Wer sein finanzielles Auskommen hat, aber trotzdem noch „gebraucht werden will“, wie viele es ausdrücken, kann sich nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit umsehen. Hier kann der soziale Aspekt einer Arbeit voll ausgelebt werden. Kirchen, Hilfsorganisationen, soziale Einrichtungen und viele andere Stellen suchen nach motivierten Helferinnen und Helfern, die auch und gerade im Alter für ihre Erfahrungen geschätzt werden.



Quellen:
https://www.malteser.de/dabei/aktivitaet-teilhabe/arbeiten-trotz-ruhestand.html
https://lsv-nrw.de/themen-2/altersarmut/aktiv-gegen-armut-im-alter/30-stichworte/wie-armut-gemessen-wird-und-beeinflusst-werden-kann-2-9
https://www.dia-vorsorge.de/fokus/dia-studien/warum-arbeiten-menschen-im-rentenalter/